Reisen mit Bus und Bahn

Freitag sollte es mit der Nordwestbahn und Bus zu unserem Boot nach Neuharlingersiel gehen.Wie im Beitrag Hafen Hopping beschrieben, liegt Slocum immer in einem anderen Hafen, sodass anreisen mit PKw nicht möglich ist. Morgens im Büro las ich die Nachricht, dass in Oldenburg ein Binnenschiff die Eisenbahnbrücke gerammt hatte und der Zugverkehr beeinträchtigt sei. Muss das ausgerechnet heute passieren? Aber wir wollten eh in die andere Richtung, nicht über die Brücke….

So früh wie möglich machte ich Feierabend und wir nahmen nach einem kurzen Mittagessen den Bus zum Bahnhof. Wie zu erwarten, strömten mit uns viele Reisende auf die Bahnsteige.

Es ist gewöhnungsbedürftig, die Mitreisenden mit Maske zu sehen. Man selber hat den Eindruck schlechter Luft zu bekommen. Ich fühlte mich nicht wohl. Zumal keiner Abstand einhielt, obwohl dies möglich wäre. Unsere Bahn hatte Verspätung, erst wenige Minuten, am Ende 20 Minuten, wodurch wir auch die Anschlusszüge/ Busse verpasst hätten. In der Bahn holte der Ehemann ein virtuelles Schachspiel aus der Tasche. Wir bemerkten einen Halt des Zuges, dachten aber es wäre die Station vor unserer Umsteigestation. Als ich noch mal aus dem Fenster sah, konnte ich groß „Sande“ lesen. Dort hätten wir raus gemusst! Aber der Zug rollte bereits!

Der Zug endete in Wilhelmshaven. Wir lasen den Abfahrt- Plan und kamen zu dem Schluss, dass genau der Zug hinter uns wieder nach Sande zurück fuhr. Der Ehemann fragte die Zugbegleiter, die noch am Zug standen und sich über unseren Fauxpas amüsierten.

Somit verkürzten wir aber unsere Wartezeit im kleinen Sande, denn durch die Verspätung des ersten Zuges hätten wir 40 Minuten am langweiligen kleinen Bahnsteig warten müssen. Mittlerweile sagte uns ein Blick auf die Wetter-App und gen Himmel, dass wir heute wohl nicht mehr ablegen würden. Also holte der Ehemann aus einem kleinen Kiosk 2 Biere. Die wir natürlich außerhalb des Bahnhofes konsumierten, denn Alkohol ist im Bahnhofsbereich verboten!

Der Rest der Fahrt klappte reibungslos mit Bahn und Bus.

Aber am Ziel angekommen war es doch befreiend, die Maske wieder in der Tasche verschwinden zu lassen 😃

Die Rückfahrt war ohne Probleme. Erwähnenswert ist die absolute Freundlichkeit des Personals der Nordwest- Bahn!

Nicht so toll ist die Internet- Seite der Deutschen Bahn (falsche Bestpreis- Auskunft) im Gegensatz zur App des VBN (Fahrplaner).

Hafen Hopping

Am Donnerstag brachte der Sohn uns (wiedermal) zum Boot. Es war so ein heißer Tag…

Als alles verstaut war, bin ich in meinen Bikini gehüpft und habe gebadet- im Hooksmeer. Das war erfrischend! Danach habe ich mich auf dem Steg abgeduscht, weil wir den Schlüssel zum Toilettenhaus zu Hause vergessen hatten… Mittlerweile war es schon 20:30 Uhr und immer noch sehr warm!

Freitag mussten wir früh aufstehen. Um 8:00 wurde geschleust. Auf der Jade schien schon kräftig die Sonne. Wir segelten im T-shirt. Es war ein sonniger Tag mit wenig Wind aber vielen Booten. Vor Minsener Oog hörten wir über Funk, wie ein Segler von Jade Traffic aufgefordert wurde, nicht auf der falschen Seite des Fahwassers zu segeln. Offensichtlich hatte der aber kein Funk an Bord! Jade- Traffic forderte einen vorbeifahrenden Berufsschiffer auf, ein Foto vom Verkehssünder zu schießen!

Dann bemerkte man auch den Segler 300 Meter östlich von uns, der ebenfalls auf der falschen Seite segelte. Auf ihn wurde die Küstenwache angesetzt. Das große Schiff der Küstenwache setzte sein Beiboot ab und waren schnell bei dem Segler, der schnell die Fahrwasser- Seite wechselte!

Wir segelten außen um Wangerooge herum, trödelten vorm Gatt, bis wir sicher waren, dass es tief genug ist und bogen kurze Zeit später in die Hafeneinfahrt ein. Da wurde es noch mal spannend, weil die Fähre und einige Boote uns entgegen kamen.

Anja und Axel von der Kairos standen bereit am Steg und nahmen die Tampen an- so ist anlegen ein Kinderspiel. Der neue Hafenmeister kam auch gleich und es wurde gemeinschaftlich beschlossen, dass wir uns neben die Kairos ins

Päckchen legen. Es war immer noch sehr warm, also baute der Ehemann das Bimini auf. Im Schatten gab es dann endlich das erste Bier des Tages. Während der Ehemann kurz ruhte, konnte ich Axel bei einem kühlen Getränk Löcher in den Bauch fragen zum Thema segeln!

Abends ging es noch flott mit den Bordrädern von Slocum (Treta) und Kairos zum Griechen. Danach wurde auf Slocum noch unsere neue Sprayhood eingeweiht und der Rum aus Helgoland getestet.

Samstag sollte einfach nur ein ruhiger Hafentag werden. Ich spazierte zum Strand, der Ehemann steckte seine Füße ins Watt. Gerade als wir mit einem späten Mittagessen fertig waren, kam eine Gewitterfront über die Insel gezogen! Aber gegen Abend war es wieder besser. Es blieb warm, aber es wurde windig.

Nachts wehte es doll und ich musste morgens erst mal wieder festen Boden unter den Füßen haben! Wir gingen zum Ende des Fähranlegers und überlegten, bis zu welcher Windstärke wir den Hafen noch verlassen würden… Nach einem leckeren Frühstück gingen wir spazieren am Strand. Der Wind pustete heftig und zwischendurch regnete es. Zurück an Bord durchdachten wir unsere Optionen und schauten immer wieder in die Wetter-Apps. Neuharlinger Siel sollte es werden, durch das untere Fahrwasser. Als wir ablegten, sprachen uns die Bootsnachbarn noch Mut zu, es sollte sich wettertechnisch etwas beruhigen…

Um es hier mal abzukürzen: es war eine ruppige Überfahrt, mit Sonne und etwas Regen im Wechsel. Auf der langen Zufahrt zum Hafen bekam der Ehemann noch mal für 3,4 Minuten richtig Hagel ins Gesicht! Ich habe mich unter die neue Sprayhood versteckt. Plötzlich kam die Sonne raus, im Hafen kaum mehr Wind und gleich einen Liegeplatz gefunden! Und so ein perfektes Anlegemanöver hingelegt! Ein Träumchen…

Unser erstes Mal- Helgoland

Donnerstag brachte der Sohn uns nach einem verregneten Arbeitstag zum Boot nach WHV. Dort erwartete uns ein überraschend milder Abend und wir konnten uns gemütlich auf den Törn am nächsten Tag vorbereiten.

Freitag war es wolkenverhangen aber trocken. Vorsichtshalber banden wir wieder ein Reff ins Groß… 2 Std nach Hochwasser legten wir ab. Die Jade war relativ ruhig und wir mussten teilweise den Motor mitlaufen lassen wegen Flaute! Das Reff pulten wir dennoch nicht raus. Laut Vorhersage sollte noch viel mehr Wind kommen! Vor Wangerooge lagen Kreuzfahrtschiffe und Tanker im Dunst auf Reede. Das sah schon merkwürdig aus… Wir fuhren an der Tonne st vorbei, die jeder kennt, der den Sportbootführerschein hat. Dann passierten wir die 1. Elbetonne. Zwischendurch kam die Sonne raus. Die Segeljacke war nicht mehr nötig! Gemütlich wichen wir bei 5 Knoten Fahrt ein, zwei großen Pötten aus und dann tauchte der olle Felsen aus dem Dunst auf! Dieses Gefühl- unbeschreiblich!

Das Wetter blieb entgegen der Vorhersagen trocken. Die Nacht war etwas unruhig. Es wehte ganz gut und da wir an 5. Stelle im Päckchen lagen, schaukelten wir ganz gut hin und her.

An nächsten Morgen schien die Sonne. Der Ehemann blieb an Bord und machte klarschiff, während ich loszog und meiner Aufgabedes Proviant- Meisters nachkam😉 Nicht umsonst hieß Helgoland früher Schnaps-Insel. Das sollte man aber heute nicht mehr sagen… Ich lief zuerst an der Promenade lang, dann hoch ins Oberland. Zur Zeit blüht es so schön auf diesem roten Felsen! Mir wurde warm und ich konnte meine Tour im T- Schirt fortsetzen. Zurück an Bord wurde beschlossen, das wir Essen gehen wollen. Als wir wieder Richtung Centrum bummelten, bemerkten wir, dass die Fähren angelegt hatten. So viele Menschen! Schnell riefen wir im Restaurant Hansekogge an, um einen Tisch zu reservieren. Bei schönstem Sonnenschein, blauem Hinmel und angenehmen Temperaturen speisten wir mit Meerblick.

Dann wurde noch mal eingekauft (jetzt Brötchen und so). Die Sonne schien den ganzen Tag und als wir ins Bett gingen fing es zu regnen an.

Am Sonntag mussten wir zurück. Angesagt war Windstärke 5 in Böen 6 und Regen. Beim Verlassen des Hafens wurden wir durch die Dünung ganz schön durchgeschüttelt. Aber im Laufe des Tages wurde es besser. Wir hörten Revier- Funk und nun war die Rede von Gewitter- Böen in Stärke 7. Nicht so lustig!

Aber wir hatten Glück, es nieselte nur mal kurz 😃

Von Weitem sahen wir schon Hooksiel. Es ist immer wieder schön dort anzukommen!

Das war ein aufregendes Wochenende! Und mal wieder viel zu kurz!

Der nette Abschluss war, dass der zweite Sohn uns abgholt hat und wir noch lecker mit ihm essen gegangen sind in Hooksiel.